Die Grundsätze

Umgangsformen, besser gesellschaftliche Verhaltensnormen, sind nichts anderes als gewachsene Spielregeln, die das gegenseitige Miteinander in Bahnen lenken. Mit der Entwicklung der Gesellschaft entwickeln sich auch diese Formen ständig weiter. Was vor zehn oder zwanzig Jahren aktuell war kann heute nicht mehr zutreffend sein. Aber die Grundsätze, auf die alle Formen zurückgehen werden sich nicht verändern.

Der Grundsatz der gegenseitigen Achtung
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ steht auf der Freiheitsglocke in Berlin. Das sagt schon viel. „Behandele einen Menschen so, wie Du von ihm behandelt werden willst“, sagt noch etwas mehr.

Leider leben wir in einer Zeit, die ein Aufkleber auf der Gitarre eines Musikers so bezeichnet: „Alle denken nur an sich, nur ich denke an mich“ Hier ist Umkehr geboten! Denn die Freiheit des Einen hört da auf, wo die des Anderen anfängt. Hören wir mal auf uns selbst zu überschätzen, unsere eigene Person, unsere eigenen Probleme in den Vordergrund zu stellen. Denken wir mal kurz darüber nach, was er/sie tut, fühlt, von uns erwartet, bevor wir ihn/sie mit unseren Problemen belästigen.

Achtung vor dem Anderen heißt auch verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was nicht ersetzbar ist, die Zeit. Unpünktlichkeit ist Missachtung des Anderen.

Der Grundsatz der besonderen Achtung der Frau
Da Frauen die Trägerinnen des Lebens sind ist Ihnen besonderer Schutz und besondere Achtung entgegenzubringen. Das äußert sich in vielen Formen gesellschaftlicher Verhaltensnormen, die Tür aufhalten, Hilfe anbieten und leisten…

Allerdings gibt es mit der Emanzipation der Frau zusammenhängende Veränderungen zu früheren Verhaltensmustern.

Der Grundsatz der Achtung des persönlichen oder gesellschaftlichen Eigentums.
Das bedeutet: Was mir nicht gehört geht mich nichts an. Egal, ob es ein Auto, ein Haus oder sonst etwas ist, was einem Anderen gehört. Was ich zeitweise zur Benutzung überlassen bekommen habe, werde ich pfleglich benutzen und unbeschadet hinterlassen, damit es andere auch benutzen können.

Warum also Umgangsformen?
Wir sollten wissen, wie unser Gehirn arbeitet. Wir nehmen ständig über unsere Sinnesorgane Informationen aus unserer Umwelt auf. Diese durchlaufen zwei Filter bevor etwas im Gehirn ankommt. Der erste Filter sortiert alles aus, was für uns nicht interessant ist. Das ist notwendig, weil wir sonst an Reitzüberflutung zu Grunde gehen würden. Der zweite Filter bewertet die Information und leitet sie über zwei Kanäle an den bewussten und den unbewussten Teil unseres Gehirns weiter.

Die so bewertete Information wird vom Gehirn wahrgenommen und löst, je nach Bewertung, Reaktionen im Körper aus. Das können Abwehrmaßnahmen, also Haltungsänderungen oder Veränderungen des Gesichtsausdrucks, manchmal nur ein Muskelzucken sein. Diese Veränderungen des Körpers, die unbewusst als Reaktion auf eine bewertete Information, aber auch auf einen unser Gehirn durchlaufenden Gedanken eintritt, bezeichnet man als Körpersprache. Mit dieser Körpersprache geben wir also ständig unbewusst Signale an unsere Umwelt, die von dieser ebenso unbewusst empfangen und bewertet werden.

Daraus folgt: Wir bewerten ständig unsere Umwelt. Das ist lebensnotwendig, um Gefahren zu erkennen. Wir werden ständig von unserer Umwelt bewertet. Und damit diese Bewertung möglichst positiv ausfällt, uns damit die persönliche Achtung entgegengebracht wird, ist es erforderlich, Umgangsformen zu kennen und einzuhalten.

Der erste Eindruck
Die ersten 10 Sekunden, in denen sich zwei Menschen begegnen entscheiden darüber, wie sich das Verhältnis zwischen Ihnen entwickeln wird. Das ist das Ergebnis der beiderseitigen Bewertung. Sie schließt alles ein, was mit den Sinnesorganen erfassbar ist: Die Haltung, die Kleidung, den Klang der Stimme, den Geruch, die Frisur, ggf. den Händedruck, Das betrifft sowohl die Bewertung des Andern von uns selbst, wie auch unsere Bewertung des Anderen. Werde ich mich beim ersten Kennenlernen ungezwungen, fröhlich und stilsicher bewegen, wird es auf den Anderen einen positiven Eindruck machen, der lange Zeit „gespeichert“ bleibt.

Unser persönlicher Erfolg hängt oft nicht zuletzt von einem freundlichen Gesicht ab. Zur eigenen positiven Bewertung trägt aber auch ein aufrechter Gang. Ein gepflegte Erscheinung, dazu gehört immer auch eine angemessne Kleidung, Frisur usw. bei.

Es ist interessant zu wissen, dass der erste Eindruck von einem Menschen zu 55% über die Körpersprache und die Farbe der Kleidung, zu 38% durch den Klang der Stimme und nur zu 7% vom Inhalt des gesprochenen Wortes geprägt und bewertet wird. Dank und Achtung gegenüber dem Gastgeber, dem Veranstalter, auch den anderen Gästen gegenüber drücke ich auch durch angemessene Kleidung aus.

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